Ökomodellregion Hessen erhalten
Der Kreistag bedauert, dass die Förderung des Ökomodell-Lands Hessen und der Ökomodell-Regionen am 31.12.2025 beendet wurde.
Der Kreistag bittet den Kreisausschuss der Landesregierung unser Bedauern und unsere Enttäuschung zu übermitteln, dass die für den Kreis Groß-Gerau und die landwirtschaftlichen Betriebe wichtige Institution nicht mehr weitergeführt werden soll. Wir bitten um eine Begründung für die Einstellung der Förderung und um Mitteilung, inwieweit andere Maßnahmen geplant sind, die das ökologische Bewusstsein, die Ökobetriebe und ökologische Landwirtschaft sowie die Sensibilisierung der Verbraucher*innen fördern.
Der Kreistag bittet den Kreisausschuss die ausdrückliche Forderung des Kreistages zu übermitteln diese Aufgaben fortzuführen und die Umstellung der Landwirtschaft auf eine ökologische Produktionswese zu fördern.
Begründung:
Ein Beispiel für die gute Zusammenarbeit mit der Ökomodellregion ist das Ziel 80% der Mittagsverpflegung an den Schulen mit Bio-Essen zu realisieren. Der Kreis Groß-Gerau ist dem Ziel schon sehr nahegekommen. Es sind jetzt zusätzliche Anstrengungen erforderlich den Standard zu halten.
Gleicher Lohn für gleiche Arbeit
Equal Pay Day
Der Kreistag problematisiert anlässlich des Equal Pay Days am 27. Februar, dass die Einkommensunterschiede zwischen Frauen* und Männern immer noch 16 Prozent betragen. Er fordert den Kreisausschuss auf
über die Einkommensverteilung im Kreis zu berichten
aufzuzeigen, welche Maßnahmen geeignet sind diese Einkommensverteilung nach oben anzugleichen
mitzuteilen, welche Maßnahmen bereits ergriffen wurden, um Lohngleichheit herzustellen, welche Maßnahmen von Seiten der Kreisverwaltung möglich sind und was dafür notwendig ist.
Der Kreistag fordert den Kreisausschuss auf am diesjährigen Equal Pay Day und anderen Gelegenheiten das Gender Pay Gap, das Gender Pension Gap und das Gender Care Gap zu thematisieren, Frauen* zu ermutigen und auf Arbeitgeber*innen einzuwirken.
Der Kreistag fordert den Kreisausschuss auf den Kreistag über die Einhaltung von Tarifverträgen und des Mindestlohngesetzes bei der Vergabe von Leistungen zu informieren. Zusätzlich sollen Maßnahmen ergriffen werden, um den Grundsatz gleicher Lohn für gleichwertige Arbeit zu realisieren. Wir bitten den Kreisausschuss geeignete Maßnahmen vorzuschlagen.
Laufbusse für Grundschüler:innen
Antrag für den Kreistag am 23. Februar
Der Kreistag bittet den Kreisausschuss für die Grundschulen im Kreis Groß-Gerau zusammen mit den Schulen und Kommunen Konzepte für „Lauf-Busse“ zu initiieren und zu begleiten. Dabei sollen die Festlegung der Routen und „Haltestellen“ in Zusammenarbeit mit den Kommunen, der Schulwegplanung und der Verkehrssicherheitsberatung der Polizei stattfinden. Zur Durchführung der Projekte ist die rechtzeitige Einbeziehung von Eltern unerlässlich. Die Einbeziehung von (Sport)Vereinen vor Ort ist bestimmt sinnvoll und sollte im Konzept berücksichtigt werden.
Die Handreichung des VCD https://www.vcd.org/artikel/vcd-laufbus-zusammen-sicher-zur-schule-gehen macht die Umsetzung für Eltern und Schulen leicht umsetzbar.
Begleitend können die „Busrouten“ zusätzlich durch die ADAC-Aktion „Gelbe Füße“ markiert werden. Hierfür werden wichtige Routen für Schulkinder, zusammen mit den Kindern, mit gelben Füßen auf dem Gehweg und der Straße markiert, um die Autofahrer zu sensibilisieren und den Kindern zu zeigen, wo Sie sicher gehen können.
Begründung:
Der Weg zur Schule sieht für jedes Kind unterschiedlich aus. Wichtig ist dabei in erster Linie das sichere Ankommen. Viele Kinder werden daher, auch wenn es nur wenige Meter sind, von ihren Eltern mit dem Auto zur Schule gefahren. Dies führt zu Bewegungsmangel der Kinder, einem erhöhten Verkehrsaufkommen im Schulumfeld, gefährlichen Verkehrslagen und Belastungen für die Umwelt.
Der „Laufbus“, bringt Kinder in Bewegung, fördert ihre Selbständigkeit und Kommunikation und lenkt ihre Konzentration auf den Unterricht.
Dabei werden Kinder, wie von einem normalen Bus, von einer Begleitperson an fest vereinbarten „Haltestellen“ eingesammelt und begehen gemeinsam den Schulweg. So gelangen die Jungen und Mädchen sicher zur Schule und nach dem Unterricht wieder nach Hause.
Wenn Wege und Alter der Kinder es möglich machen sind auch Fahrradbusse möglich.
Bildung statt Abschiebung
Antrag an den Kreistag am 23. Februar
Der Kreistag beschließt sich dem Bündnis Bildung statt Abschiebung anzuschließen und unterstützt die nachstehende Resolution:
Resolution des Bündnisses „Bildung statt Abschiebung“
Die aktuelle Migrationsdebatte in Hessen nimmt besorgniserregende Züge an. Die schon lange zu beobachtende sprachliche Verrohung drückt sich auch im politischen Handeln aus: Immer häufiger werden Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene abgeschoben – obwohl sie gut integriert sind, zur Schule gehen oder einen Ausbildungsvertrag (in Aussicht) haben. Viele der Betroffenen kennen das Herkunftsland ihrer Eltern nur aus Erzählungen.
Wenn angehende Fachkräfte von Abschiebung bedroht sind, ist der Bildungserfolg aller Kinder beeinträchtigt – wie das drastische Beispiel der kürzlichen Abschiebung einer Erzieherin aus Offenbach zeigt. Dass die hessische Landesregierung vereinfachte Verfahren zur Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse plant, um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken, ist begrüßenswert. Dass gleichzeitig qualifizierte und dringend benötigte Auszubildende, Arbeits- und Fachkräfte ohne nachvollziehbare Begründung von Abschiebung bedroht sind, ist so kurzsichtig wie unvernünftig.
Zudem mehren sich Fälle, in denen geltende Bleiberechtsregelungen ignoriert oder unterlaufen werden. Das ist eine Entwicklung, die wir nicht länger hinnehmen werden.
Wir, das Bündnis „Bildung statt Abschiebung“, fordern ein Ende der integrationsfeindlichen Abschiebepraxis. Daher fordern wir:
- die uneingeschränkte Umsetzung bestehender Bleiberechtsregelungen zugunsten der Betroffenen
- die sofortige Umsetzung der im Koalitionsvertrag angekündigten professionelle Struktur für Einzelfallberatungen für Migrant*innen in Hessen
- keine Abschiebung von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen aus Kita, Schule oder Ausbildung
Das Menschenrecht auf Bildung von Kindern und Jugendlichen ist unteilbar – unabhängig von ihrem Aufenthaltsstatus. Wir setzen uns dafür ein, dass dieses Recht in Hessen uneingeschränkt gewahrt bleibt.
Wir stehen für eine humane und bildungsorientierte Migrations- und Flüchtlingspolitik. Kinder, Jugendliche und ihre Familien sind eine besonders vulnerable Gruppe. Für ihren Schutz stehen wir ein.
Begründung:
Wir sehen auch im Kreis Groß-Gerau immer häufiger, dass Kinder und Jugendliche sowie junge Erwachsene aus Bildungseinrichtungen oder aus der Ausbildung abgeschoben werden sollen oder auch wurden. Besonders fatal ist dies, wenn die Abschiebung aus Bildungseinrichtungen erfolgt oder wenn Jugendliche einen Mangelberuf ergreifen wollen, aber keine Arbeits- und Aufenthaltserlaubnis für eine Ausbildung erhalten.
Deshalb folgende Organisationen das Bündnis Bildung statt Abschiebung initiiert: DER PARITÄTISCHE Hessen, Hessischer Flüchtlingsrat, Diakonie Hessen, Landesausländerbeirat, Landesschülervertretung Hessen, Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft. Unterstützt wird es von aktuell 77 regionalen und überregionalen Organisationen und von hunderten von Einzelpersonen.
Sie setzen sich für das Menschenrecht auf Bildung ein und machen auf den Widerspruch aufmerksam, dass Kanzler Merz in Indien um Auszubildende und Arbeitskräfte wirbt, während hier bereits Ansässige ihr Menschenrecht auf Bildung und Aufenthalt verlieren sollen.
Bleiberecht geflüchteter Menschen im Kreis Groß-Gerau
Ein Zeichen für Menschlichkeit und Zukunftssicherung
Antrag der Koalition aus SPD, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und Die Linke Offene Liste
Der Kreistag fordert den Kreisausschuss auf, sich auf allen politischen Ebenen dafür einzusetzen, dass integrationswillige und schutzbedürftige geflüchtete Menschen im Kreis Groß-Gerau eine faire und realistische Perspektive auf ein dauerhaftes Aufenthaltsrecht erhalten – insbesondere, wenn sie sich um Ausbildung, Arbeit oder gesellschaftliche Teilhabe bemühen oder aufgrund besonderer Lebensumstände schutzbedürftig sind.
Der Kreisausschuss wird daher aufgefordert:
1. Auf Landes- und Bundesebene für eine praxistaugliche und humanitäre Bleiberechtsregelung einzutreten, die
- integrationsbereite Menschen mit Schul-, Ausbildungs- oder Arbeitsverhältnissen stärker berücksichtigt,
- bestehende Widersprüche und Unklarheiten im Vollzug beseitigt, die einer gelungenen Integration entgegenstehen,
- und zugleich auch die Lebensrealitäten besonders schutzbedürftiger Gruppen – etwa älterer Menschen, Frauen mit Sorgeverantwortung, Menschen mit Behinderungen oder kleinen Kindern – stärker in den Blick nimmt.
2. Dem Kreistag zeitnah eine Übersicht vorzulegen, wie bestehende Förderinstrumente (z. B. kommunale Beratung, Jobcenter, Jugendhilfe) aktuell zur beruflichen und gesellschaftlichen Integration beitragen – und wo gegebenenfalls strukturelle Hürden bestehen, die der Kreis aktiv abbauen kann.
3. Gespräche mit lokalen Partnern – wie Handwerkskammern, Unternehmen und Bildungsträgern – zu initiieren, um gemeinsam tragfähige Übergänge in Ausbildung und Arbeit für geflüchtete Menschen mit Duldung oder unsicherem Aufenthaltsstatus zu fördern. Modellprojekte aus anderen Kommunen (z. B. Köln, Wiesbaden) können hierbei als Vorbild dienen.
Gleichzeitig wird der Kreisausschuss gebeten, sich für den Erhalt und Ausbau flächendeckender Anlauf- und Beratungsstellen für geflüchtete Menschen einzusetzen.
4. Eine Öffentlichkeitsinitiative zu prüfen, die gelungene Integrationsbeispiele sichtbar macht und den Beitrag dieser Menschen zur Gesellschaft würdigt – mit besonderem Blick auf Vielfalt, Engagement und Überwindung von Hürden.
Begründung:
Der Kreis Groß-Gerau steht angesichts des demografischen Wandels und des zunehmenden Fachkräftemangels vor großen Herausforderungen. Gleichzeitig beobachten wir, dass immer wieder Menschen abgeschoben werden, die längst in Ausbildung, Arbeit oder Schulbildung integriert sind – während andere mit größerem Unterstützungsbedarf zu wenig erreicht werden. Diese Schieflage wirkt demotivierend auf Betroffene, Betriebe und ehrenamtlich Engagierte – und beschädigt das Vertrauen in ein faires und funktionierendes System.
Mit einer Übersicht über bestehende Fördermaßnahmen und mögliche Hindernisse im Integrationsprozess schafft der Kreisausschuss eine notwendige Arbeitsgrundlage, um gezielt nachzusteuern und integrationsfreundliche Strukturen zu stärken.
Gleichzeitig kann die Kreisverwaltung eine zentrale Rolle als aktives Bindeglied einnehmen – zwischen arbeitswilligen geflüchteten Menschen auf der einen Seite und arbeitskräftesuchenden Betrieben, Bildungseinrichtungen und Institutionen auf der anderen. So lassen sich Potenziale besser erkennen und Vermittlungshemmnisse gezielter abbauen.
Um humanitäre Härtefälle zu vermeiden und gleichzeitig unsere Integrationsfähigkeit und gesellschaftliche Kohärenz zu stärken, ist es notwendig, sich für realitätsnahe, gerechte und menschenwürdige Bleiberechtsregelungen stark zu machen – gerade für die Menschen, die sich aktiv um Teilhabe und Eigenverantwortung bemühen oder besondere Schutzbedarfe mitbringen.
Erster CSD im Kreis Groß-Gerau
Der Kreistag Groß-Gerau hat am 23. Juni beschlossen den Christopher-Street Day in Groß-Gerau zu unterstützen.
Dieser erste CSD im Kreis findet am 30. August statt. Der Kreis und die Städte und Gemeinden sind aufgerufen die Regenbogen- oder Progress-Pride-Flagge an öffentlichen Gebäuden (z. B. Rathäuser, Schulen, Verwaltungsgebäude) zu hissen.
Der Kreisausschuss informiert die Schulen über den CSD und ermutigt sie zur Beteiligung.
Die Kreisverwaltung weist im Vorfeld öffentlich auf den CSD sowie auf bestehende Angebote zur Prävention von Queerfeindlichkeit hin.
In der Annahme, dass künftig weitere CSDs im Landkreis stattfinden, gilt dieser Beschluss jährlich und anlassbezogen fort.
Der Antrag wurde von SPD/BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und der Linken Offenen Liste eingebracht und mehrheitlich verabschiedet. Es gab eine unwürdige Diskussion. Dass die #noafd sich dagegen positioniert ist nicht verwunderlich, aber auch die CDU hat der Antrag bös ins Schleudern gebracht. Der Teil der CDU, der sich enthalten hat, versteht nicht, dass öffentliche Sichtbarkeit und ein starkes Auftreten mit großer Unterstützung aus der Bevölkerung allgemein ein Schutz für queere Menschen ist. Wenn aber Queersein so normal wie Heterosein ist, können rechte und homophobe Gruppen und Personen keine Zustimmung erhalten.
Der Kreistag lehnt die Annahme von Abfällen aus dem Rückbau von still gelegten Atomkraftwerken in der Bundesrepublik Deutschland am Abfallwirtschaftszentrum in Büttelborn ab. Weiterlesen
Knapp 180.000 Ausbildungsstellen sind bundesweit unbesetzt. Um künftigen Herausforderungen wie der Klimakrise gerecht zu werden, aber auch unseren Wohlstand nachhaltig zu sichern, braucht es ausreichend gut ausgebildete Fachkräfte. Daher sollte der Kreisausschuss Fragen zur Ausbildungssituation im Kreis Groß-Gerau beantworten. Weiterlesen
Der Kreisausschuss fordert das Regierungspräsidium Darmstadt dazu auf, die Anhörung zur Erweiterung des Tanklagers von Solvadis GmbH in Gernsheim in einem hybriden Format, als Präsenzsitzung mit der Möglichkeit der Online-Teilnahme, und öffentlich durchzuführen und somit für alle Menschen in der Region zugänglich zu machen. Weiterlesen
Der Kreisausschuss wird beauftragt, den Dialog mit und zwischen den Kommunen anzustoßen, um gemeinsam Leitlinien für Rechenzentren im Kreis Groß-Gerau zu entwickeln. Die Leitlinien sollen sich mit den Punkten flächensparendes Bauen, Photovoltaik und die Nutzung von Abwärme befassen. Weiterlesen
Der Kreisausschuss wird aufgefordert, ein Bauprojekt zu entwickeln, das folgende Kriterien für zukünftige Neubauten im Kreis Groß-Gerau berücksichtigt: Errichtung als Energie-Plus-/Null-Energie-Bau; Urban Mining und „Cradle to Cradle“-Richtlinie. Weiterlesen
Der Kreisausschuss wird gebeten, die Gründung eines Kreis-Elternbeirates für die Kindertagesbetreuung einschließlich der Kindertagespflege im Kreis Groß-Gerau in die Wege zu leiten. Dabei sind die formalen Grundlagen zu schaffen und die Beteiligung der Fachberatung des Kreisjugendamtes sicherzustellen. Weiterlesen
Der Kreisausschuss wird gebeten, die ambulante Versorgungssituation mit Hebammen im Kreis Groß-Gerau zu eruieren und darüber zu berichten, Maßnahmen zur Unterstützung der freiberuflichen Hebammen zu erarbeiten und eine entsprechende Förderrichtlinie zu erarbeiten. Weiterlesen
Eine rechtzeitige und erfolgreiche Behandlung sexuell übertragbarer Krankheiten wird oftmals erschwert, weil die Betroffenen die Frühsymptome nicht beachten oder sich schämen, darüber zu sprechen und zur*zum Ärzt*in zu gehen. Der Kreistag bittet den Kreisausschuss daher, zu folgenden Fragen Bericht zu erstatten. Weiterlesen
Der Kreistag bittet den Kreisausschuss, die Hessische Landesregierung aufzufordern, die Ausbildung von Lehrkräften für den Beruf der Erzieher:innen in Hessen im erforderlichen Umfang zu gewährleisten und an den Universitäten verbindlich zu etablieren. Weiterlesen

