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Argumente gegen Fracking

zu unserem Antrag zur Kreistagssitzung am 11. Mai 2015

Unser Antrag zielte darauf ab, eine drohende Zerstörung unserer gemeinsamen Umwelt nicht zuzulassen. Der Begriff „Fracking“ bedeutet zunächst einmal nichts weiter als die aktive Risserzeugung in einem Gestein. Entscheidend dabei, so finde ich, ist das Ausmaß, das uns blühen könnte, und nicht nur hier im Kreis Groß-Gerau.

Befragt man die Experten über Fracking, so finden sich alsbald zwei gegenübenstehnde Lager. Die einen, die davon profitieren möchten und die anderen, die davor warnen. In unserer Geschichte haben wir oft erleben müssen, dass diejenigen, die den Profit vor Augen sehen, Warnungen nur allzu leicht ignorieren.

Vor ungefähr einem Jahr, als die Thematik in Deutschland noch garnicht derart überdeutlich auf dem Polit-Tableaut lag, habe ich mir im Fernsehen eine Dokumentation angeschaut über die Methode „Gestein-Zerreissen im Erdinnern“ unter Einbringung dazu notwendiger Chemikalien, und – vielleicht hat es die Eine oder der Andere von ihnen auch gesehen: Ein normales Wohnhaus, irgendwo in den Vereinigten Staaten oder irgendwo in Kanada. Eine Frau bittet das Fernsehteam herein, dort, wo sie mit ihrer Familie wohnt. Dann gehen sie zum Wasserhahn in der Küche. Sie drehen das Wasser auf und halten ein Feuerzeug in die Nähe des fließenden Wassers. Das Leitungswasser fängt sofort Feuer und brennt lichterloh. An jedem Wasserhahn in diesem Haus und in dieser Gegend: das gleiche, gruselige Schauspiel. Der Film dokumentierte weiterhin, dass es sich keineswegs um einen Einzelfall handelt, sondern dass nachgewiesenermaßen die Prozedur im Zusammenhang mit Erdgas-Fracking ursächlich das Trinkwasser gefährlich vergiftet hat und weiterhin vergiftet.

Darüber hinaus ist von der Universität von Missouri festgestellt worden, dass nicht nur das Risiko eines sprichwörtlichen Domino-Effektes für die Umwelt hoch sei, sondern dass außerdem bei der Anwendung des Frackings Endokrine Disruptoren auftreten können. Es handelt sich dabei um eine Veränderung des Hormonsystems aller Lebewesen, was, wie sich leicht vorstellen lässt, die Gesundheit dieser Lebewesen schädigt.

Vielleicht existieren im Kreis Groß-Gerau keine Erdgasquellen, vielleicht hat man sie aber auch nur noch nicht entdeckt.

Im Crumstadt wird derweil nach Erdöl gesucht. Ein Fracking für Erdöl ist, so habe ich nachgelesen, außerordentlich teuer und bislang selten. Ich hoffe, wir können es daher vernachlässigen. Bei Erdgas ist die Methode allerdings in manchen Teilen der Welt leider schon die übliche. Es ist zwar müßig zu erwähnen, aber ich werde es trotzdem. Es soll nämlich wieder nicht unerwähnt bleiben, dass die Zerstörung der Umwelt, die Zerstörung von Lebensraum, der damit einhergehende Lärm, die Vergiftung und die infolgledessen verbundenen körperlichen Schäden, die nicht außer Acht gelassen werden dürfen, nicht nur uns Menschen betreffen können! – Sie betreffen mindestens in gleichem Maße die Tiere, die hier im Kreis und anderswo leben.

Der Kreis Groß-Gerau sollte die mit Erdgas-Fracking verbundenen Gesundheitsgefahren, aber auch die potentiell-gravierende Umweltzerstörung nicht akzeptieren! Daher hat die Mehrheit im Kreistag zurecht unserem Antrag zugestimmt und den Kreisausschuss damit beauftragt, von der Regierung ein absolutes Verbot für Erdgas-Fracking einzufordern. Es geht darum, ein Zeichen zu setzen! Bitte nicht erst abwarten, bis durch die Hintertür, mittels Ausnahmeverfahren – wie so oft – anfänglich per Gesetz Verbotenes plötzlich anhand deutscher Rechtsprechung legitimiert ist, und es dann zu spät sein wird, die Gefahr aufzuhalten.

(Volker Arndt)

 

 

Die Fraktion bei einer Begehung der Anlage in Crumstadt (Kreis Groß-Gerau). Hier wird nach Erdöl gebohrt, aber nicht "gefrackt", wurde uns versichert.